Gedenktage richtet man oft ein, wenn etwas nicht mehr existiert. So weit sind wir zum Glück noch nicht. Aber schaut man sich die Tabelle unten genau an, dann könnte man meinen „Viel fehlt dazu nicht mehr!“ Das Datum 20. Mai gilt nämlich nur für Biebertal. 14 der 17 Kreisgemeinden „feiern“ diesen Tag früher.
Und je früher im Jahr er liegt, desto miserabler ist die finanzielle Sitution der betreffenden Gemeinde.
Biebertal hat also wohl vergleichsweise gut gewirtschaftet. Für Allendorf und die Rabenau liegt der Tag bereits im Februar, für Lich im März und für sieben weitere Gemeinden im April. Die Gemeinden Biebertal, Grünberg, Heuchelheim, Laubach, Lollar, Reiskirchen und Staufenberg kommen bis zum Mai mit ihrem Geld aus. Dort gibt es einige bedeutende Unternehmen. Ob das allerdings der einzige Grund ist?



Ich finde es jedenfalls sehr gut von den 16 Bürgermeistern und unserer Bürgermeisterin, dass sie sich zusammen geschlossen haben, um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen.

Bei meiner Recherche stellte ich fest, dass der Anteil der Gemeinden an der Einkommenssteuer seit 1995 unverändert bei 15% liegt (+12% Anteil von der Kapitalertragssteuer). Die ganze Materie ist allerdings sehr kompliziert. Ich vermute, dass ich als Laiin vieles nicht richtig zuordnen kann.
Aber eigentlich wäre hier Durchsichtigkeit sehr zu wünschen!
Die Kassen sind leer, in vielen deutschen Kommunen.
Sogar mehr als das, sagt Uwe Conradt. „Städte und Gemeinden ertrinken in Schulden“, sagt der CDU-Oberbürgermeister von Saarbrücken und Vizepräsident des Deutschen Städtetages. Im vergangenen Jahr kamen die Kommunen zusammen auf ein Rekorddefizit von 25 Milliarden Euro.
„Wer bestellt, bezahlt“: Damit haben sich Conradt und 12 andere Oberbürgermeister von Landeshauptstädten in einem Brandbrief an Kanzler Friedrich Merz gewandt. Die Bundesregierung müsse künftig in jedem Gesetzentwurf, der sich auf die Kommunen auswirkt, die Finanzierung sicherstellen.
Die Länder stimmen oft auch solchen Gesetzen zu, die für die Kommunen teuer sind.
Hinzu kommt: Die Länder selbst nehmen am meisten Steuern ein – rund 44 Prozent, wovon sie Geld an die Kommunen weitergeben müssen.
Der Anteil des Bundes liegt bei rund 40 Prozent, der der Kommunen bei 16 Prozent.
Biebertal hat kürzlich 1 Million €uro für das Hallenbad bekommen – und vor einigen Wochen 158.800 Euro für den Kunstrasenplatz. Es klingt nach „netter Geste“. Aber eigentlich sind die Länder dazu verpflichtet, die Kommunen zu finanzieren.
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/kommunen-finanzierung-haushalt-100.html
Quelle für Fotos, Tabelle und Textauszüge Gießener Allgemeine Zeitung vom 19. Dezember 2025

